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Bericht zum Thüringer Imkertag 2024 am 16.03.24 in Weimar

Ca. 110 Vertreterinnen und Vertreter der Thüringer Imkervereine, Ehrengäste und Referenten waren am 16. März 2024 ins Deutsche Bienenmuseum nach Weimar gekommen. Noch im ersten Teil der Veranstaltung wurden die Auszeichnungen und Prämierungen überreicht. Acht Honige von insgesamt fünf Imkern und einer Imkerin wurden mit der Bestnote 5,0 des D.I.B ausgezeichnet. In der Bibliothek des Museums konnten die Honige verkostet werden, darunter auch Sorten wie „Sommertrachthonig mit Götterbaum“ von Kerstin Ullrich aus Erfurt. Den Züchterpreis erhielt Albrecht Stoß. Mit der D.I.B.-Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet wurden Peter Neumann, Kerstin Ullrich und Steffi Grossert vom Imkerverein Erfurt sowie Jürgen Gräfe vom Imkerverein Stadtroda und Ralf Kunz, Schatzmeister im Landesverband und Vorsitzender des Imkervereins Saalfeld. Die Ehrennadel in Silber ging an Gerhardt Schmidt vom Imkerverein Feldatal. Gerhard Mordosch (Imkerverein Uder), Jörg Neuland (Imkerverein Stadtroda) sowie Erhard Reißig (Imkerverein Schwallungen) erhielten die Ehrennadel in Gold. Daneben wurden Rolf Hiepe (Imkerverein Stadtroda) und Hubert Schmidt (Imkerverein Schwallungen) mit der Gerstung-Medaille geehrt. Eberhard Wetzel vom Imkerverein Erfurt, der mit 82 Jahren noch den Lehrbienenstand im Erfurter Garten- und Freizeitpark (ega) betreut, erhielt eine Urkunde zum 50-jährigen Imkerjubiläum.

Fabian Liesch nannte Daten zur Imkerei in Thüringen: Der Landesverband zählt (Stand: 2023) 3.075 Mitglieder, die insgesamt etwa 23.200 Völker betreuen. Der Frauenanteil beträgt rund 21 %. Ein Großteil der Mitglieder (26,3 %) war 2023 zwischen 51 und 60 Jahre alt.

Liesch appellierte dazu, die Förderungen für Einzelimker vermehrt in Anspruch zu nehmen. „Das Geld, das da ist, muss ausgegeben werden“, betonte er. Er empfahl, am 29. August dieses Jahres an der Online-Veranstaltung vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum zum Thema „Förderanträge stellen“ teilzunehmen.

Günter Vorsatz, Obmann für Bienengesundheit im Landesverband, beleuchtete, dass 2023 im Rahmen des AFB-Monitorings insgesamt 700 Futterkranzproben untersucht wurden. In sieben Fällen seien Sporen der Amerikanischen Faulbrut gefunden worden, jedoch sei es an den betroffenen Ständen nicht zum Ausbruch der Krankheit gekommen. Wer sich zum/zur Bienensachverständigen ausbilden lassen möchte, so Vorsatz, solle sich unbedingt beim Veterinäramt melden. Wenn in Thüringen mindestens zehn Bewerbungen zustande kämen, könnte wieder ein BSV-Kurs durchgeführt werden. Günter Vorsatz kündigte außerdem den Tag der Bienengesundheit an: Er wird am 12. Oktober 2024 im Bienenmuseum in Weimar stattfinden; thematisch soll es um die Bienenhaltung in Zeiten der Klimaveränderung gehen.

5.809 Königinnen wurden 2023 an die sieben Belegstellen in Thüringen geliefert; außerdem wurden 92 instrumentelle Besamungen durchgeführt. Das sei zu wenig, konstatierte Fabian Liesch. „Die meisten Imkerinnen und Imker unterstützen die Zucht nicht“, sagte er. Wer sich für die Zucht interessiere oder Interesse hat, bei der Leistungsprüfung mitzuwirken, solle sich melden.

Auch die asiatische Hornisse bewegt die Thüringer Imkerinnen und Imker. „Dieses Jahr, spätestens im nächsten Jahr haben wir die ersten Nester bei uns“, so die Einschätzung auf dem Imkertag. „Aber niemand außer uns Imkern kümmert sich darum.“ In der kommenden Ausgabe des Thüringer Imkers gibt es einen ausführlichen Bericht zum Thema.

Ein anderes Thema, das dem Verbandsvorstand am Herzen liegt, ist die Mitarbeit im Projekt „Varroa2033“. Fabian Liesch rechnete vor, dass sich die Behandlungskosten gegen Varroa in Thüringen auf 684.000 Euro im Jahr belaufen. Demgegenüber steht die Summe von ca. 400.000 Euro, die nötig wäre, um Varroa2033 für die nächsten kommenden Jahre zu unterstützen und somit die Zucht varroaresistenter Bienen in Thüringen voranzutreiben. Die Versammlungsteilnehmer waren einstimmig dafür, dass sich der Landesverband bei Varroa2033 engagieren soll.

Thomas Köhler, Beisitzer im Vorstand, stellte die angestrebten Änderungen in der Satzung des Verbandes vor. Es wurde beschlossen, die Abstimmung über die Neufassung der Satzung auf eine kommende Vertreterversammlung zu verschieben.

Im Anschluss an die Verbandsthemen referierte Lioba Hilsmann von der Universität Würzburg zu ihrem Promotionsthema. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersucht sie die Populationsdynamik, Resilienz, Gesundheit und Leistung von zehn Bienenvölkern – fünf davon hält sie „innovativ“, die anderen fünf „herkömmlich“. Zur „innovativen Bienenhaltung“ gehört das Käfigen der Königin Ende Juni für 25 Tage und die anschließende Behandlung mit Oxalsäure. Auf das Drohnenbrutschneiden und eine Winterbehandlung wird verzichtet. Erste Ergebnisse zeigten merkliche Unterschiede in der Volks- und Varroa-Entwicklung, jedoch gab es keine Einbußen bei der Leistung der innovativ gehaltenen Bienenvölker. Warum die innovativen Völker beim Pollensammeln möglicherweise andere Präferenzen haben als herkömmliche Völker, will Hilsmann noch herausfinden. Im Anschluss an Hilsmann sprach Lutz Eggert, Königinnenzüchter aus Jena, zu seinem Verständnis von gesunden Bienen und welche Rolle die Zucht dabei spielt.

Magdalena Arnold – Deutsches Bienenjournal

 

https://www.bienenjournal.de/

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